Sozialpädagogische Lebensgemeinschaft

Die Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften sind eine unter pädagogischen Vorgaben und professionellen Strukturen angelegte Form des Zusammenlebens, die in besonderer Weise den Lebenskontext und das nähere Umfeld der pädagogischen Fachkräfte einbeziehen.

Diese Angebotsform richtet sich an Kinder und Jugendliche, die aufgrund komplexer Probleme und unterschiedlicher Bedürfnisse einer gezielten individuellen Betreuung und intensiver Zuwendung in einem entwicklungsfördernden Lebensumfeld außerhalb der Familie bedürfen. Der überschaubare und lebensnahe Rahmen bietet die nötige emotionale und persönliche Zuwendung, Schutz, Halt und Geborgenheit.

Die Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften bieten den jungen Menschen gezielt Lern- und Erfahrungsfelder sowie die nötige emotionale Sicherheit, eine positive Entwicklung einzuleiten und abzusichern. Die klare Struktur im Alltag gewährleistet Sicherheit, Orientierung und Stabilität, ermöglicht aber auch Freiräume zur Selbsterfahrung und Selbstfindung.

Die Hilfe zur Erziehung in den Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften ist eine Leistung nach §§ 27, 34 ff. SGB VIII. Die Ausgestaltung konkretisiert sich im Hilfeplan nach § 36 SGB VIII. Auf der Basis der im Hilfeplan festgelegten Ziele passen wir die pädagogische Hilfe und Betreuung in der Erziehungsplanung individuell an die Bedürfnisse des jungen Menschen an. Die Erziehungsplanung wird individuell reflektiert und fortgeschrieben.

Im familialen Lebensraum, im Verhältnis zwischen Nähe und Distanz zwischen Kindern und Bezugspersonen, werden emotionale Bindungen gesichert und eine mögliche Reintegration des jungen Menschen in sein bisheriges Lebensfeld als Option unterstützt.

Zur Förderung eines jungen Menschen öffnet die Sozialpädagogische Lebensgemeinschaft ihren privaten Lebensraum im häuslichen Kontext. Durch die Verbindung von familiärer Alltagsgestaltung und Pädagogik wird ein Milieu gewährleistet, das Struktur, Sicherheit und emotionale Akzeptanz vermittelt. Grundsätzlich strebt die Erziehungsstelle eine gute Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie des Kindes/Jugendlichen an. Unter Einbeziehung von Kollegialer Beratung und externer Supervision arbeitet sie aktiv mit dem Fachdienst der Einrichtung zusammen.